Im Mittelpunkt des Stücks steht das traditionsreiche Wirtshaus „Zum Sterntaler“, das nach einem Streit der Erben, zwei Brüdern und ihren Ehefrauen, die sich über eine modernere Gestaltung des Gasthofs nicht einig werden konnten, in die nun getrennten Gasthäuser „Stern“ und „Taler“ aufgeteilt wurde. Beide Wirte stehen dabei fest unter der Fuchtel ihrer durchsetzungsstarken Ehefrauen, die ihren Teil des gemütlichen Hauses immer noch in einen modernen, aber unterschiedlich ausgerichteten Hotelbetrieb verwandeln wollen. Als dann auch noch das Ehepaar Zeisig auf ungewöhnlicher „Ehepause“ als Sommergäste und die geheimnisvolle junge Rosi auftauchen, ist das Chaos perfekt. Missverständnisse, turbulente Verwicklungen und humorvolle Wortgefechte zwischen den Geschlechtern führen schließlich zu der Erkenntnis: Gemeinsam ist das Leben doch am schönsten.

Unter der Regie von Jürgen Schachtner, der selbst auf der Bühne steht, überzeugt das Ensemble durch Spielfreude, perfektes Timing und Authentizität. Mitwirkende wie Fritz Ferstl (Wirt vom Stern: wie immer routiniert und davon überzeugt, dass er der Herr im Haus sei), Barbara Lechner (Wirtin vom Stern: geht in dieser Hauptrolle an ihre Grenzen und ist kaum noch zu bremsen) , Carmen Ertl (Wirtin vom Taler: bringt jede Stimmung ungekünstelt und einfühlsam), Florian Jobst (als Sohn Franzl der Sternwirtsleute kann er sich optimal als Verliebter präsentieren), Kristina Hog (erscheint als unbekannte Tochter einer der Wirtinnen und bringt, ohne sich zu verstellen, den gewollten Verwirreffekt in die Handlung), Leonard Ferstl (spielt schon bei seiner ersten Rolle abgeklärt und ohne Aufgeregtheit), Beate Bernauer (als lebenslustige Eheurlauberin unnachahmlich), Kay Bruns (glaubwürdiger Sommerfrischler mit preußischen Wurzeln), Franziska Binder (unbekümmerte Magd, die sofort die Zuschauerherzen erobert) und natürlich Regisseur Jürgen Schachtner (spielt den unbeholfenen Wirt Xaver vom Taler mit all seinen Stimmungsvariationen) füllen ihre Rollen mit Leben und sorgen für zahlreiche Lacher im Publikum. Besonders hervorzuheben ist die gelungene Mischung aus erfahrenen Darstellern und neuen Gesichtern, die der Inszenierung zusätzliche Frische verleihen.

Die Gesamtorganisation liegt erneut in den bewährten Händen von Vorstand Rainer Kopfmüller, der gemeinsam mit seinem Verein optimale Rahmenbedingungen im zum Theatersaal umfunktionierten Saal des Wasserburger Wirtshauses geschaffen hat. Auch abseits der Bühne zeigt die Dorfbühne Engagement: In diesem Jahr wird mit freiwilligen Spenden der Besucher und der Dorfbühne der Verein „Starke Kids mit Handicap“ unterstützt.

Bereits bei der Begrüßung zur Sonntagsvorstellung wurde deutlich, wie groß die Vorfreude im Saal war. Kopfmüller betonte die lange Theatertradition in Moosthenning und verwies darauf, dass nach den eher „gruseligen“ Stücken der vergangenen Jahre nun wieder bewusst ein heiteres, bodenständiges Werk gewählt wurde.

Neben den Darstellern tragen auch zahlreiche weitere Helfer zum Gelingen bei: Die Souffleuse Maria Schmidbauer, Maskenbildnerin Andrea Lex sowie das engagierte Team für Bühnenbau und Technik rund um den Cheforganisator Stefan Parzl sorgen im Hintergrund für einen reibungslosen Ablauf. Musikalisch wird das Stück von Andi Koller an der Quetsch´n und Lisa Kirsch an der Gitarre begleitet, was dem Theaterabend eine zusätzliche stimmungsvolle Note verleiht und den schon fast zur Tradition gewordenen Gesangseinlagen im Stück ihre Sicherheit gibt.

Das Publikum honorierte die ausgezeichneten Leistungen aller Akteure immer wieder mit langanhaltendem Applaus. Wer die bisherigen Aufführungen verpasst hat, sollte sich beeilen: Für die verbleibenden Termine sind nur noch wenige Restkarten erhältlich. Die Dorfbühne Moosthenning beweist mit „Das Wirtshaus zum Sterntaler“ einmal mehr, dass sie inzwischen ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in der Gemeinde Moosthenning und der sie umgebenden Region geworden ist.