Trachtenvereine erhalten Kulturförderpreis 2008

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Zusammen mit den Trachtenvereinen aus Dingolfing, Reisbach und Hofdorf war unser Heimat- und Volkstrachtenverein am 4. März 2009 in den großen Sitzungssaal des Landratsamtes Dingolfing-Landau geladen.
Für die beteiligten Trachtenvereine – den Heimat- und Volkstrachtenverein Dingolfing, die Heimattreuen Vilstaler - Stamm Reisbach, D` Aitrachtaler Hofdorf und unseren Heimat- und Volkstrachtenverein war dies ein besonderer Abend. Sie erhielten gemeinsam aus den Händen von Landrat Heinrich Trapp im Rahmen der Verleihung der Kulturpreise 2008 des Landkreises Dingolfing-Landau den Kulturförderpreis. Da Gauvorstand Bernd Walter krankheitshalber die Laudatio nicht selber halten konnte, hatte es sich der Bürgermeister der Stadt Dingolfing, Josef Pellkofer, nicht nehmen lassen, für ihn einzuspringen. Dafür sei ihm auch an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt.

Eingangs seiner Laudatio zitierte er den französischen Philosophen Jean Jaurès, der einmal sagte: „Traditionen pflegen heißt nicht Asche aufzubewahren, sondern Feuer am Glühen zu halten.“ Dieses Feuer am Glühen zu halten sei ein zentrales Anliegen der bayerischen Heimat- und Volkstrachtenvereine und beschreibe, was die Vereine seit Jahrzehnten praktizieren, nämlich mit dem Erhalt und der Pflege des bayrischen Brauchtums und bayrischer Traditionen den kulturellen Wurzeln unserer Heimat treu zu bleiben und sich mit dieser Heimat zu identifizieren.

Wer auch heute noch Tracht trage, bringe Heimatverbundenheit und Traditionsbewusstsein zum Ausdruck. Das bedeute aber nicht, dass sich die Trachtenvereine gegen Neuerungen wehrten und nur stur am Althergebrachten festhielten. Würde dies zutreffen, hätten sie keine Zukunft. Wenn sie sich aber immer wieder zurückbesinnen, ihre Wurzeln pflegen und die Verbundenheit mit ihrem kulturellen Erbe an ihre Kinder und die kommenden Generationen weitergeben, werde so -- auch in einem großen Haus Europa -- der Begriff Heimat und die Identifikation mit ihr nicht verloren gehen.

In der praktischen Arbeit -- auch der geehrten Vereine -- bedeute dies, dass manches Volkslied, mancher Volkstanz, viele Bräuche und auch die wunderschönen alten Volkstrachten aus diesem Raum vielleicht nicht mehr existieren würden, hätten diese vier Trachtenvereine sich nicht um deren Erhalt gekümmert. Und besonders freue ihn, dass er mit den Gründern des Moosthenninger Vereins Johann und Rosalie Graßl sogar verwandt sei. Damit schloss Pellkofer seine Laudatio.

Anschließend bestätigten die vier Vereine seine Worte, als je zwei Paare aus jedem Verein im Verlauf des Abends mehrere Volkstänze zeigten, ohne dass sie lange dafür trainiert hatten. Ein einziger Übungsabend hatte genügt, die Tänzer -- denen die Tänze natürlich schon bekannt waren -- zu einer homogenen Gruppe zusammenzuführen. Hervorragend begleitet wurden sie dabei auf dem Akkordeon von unserer Vereinsmusikerin Christine Schachtner. Lang anhaltender Beifall der geladenen Gäste belohnte alle für die gekonnten Darbietungen.

Nachdem die Vorstände aus den Händen von Landrat Trapp jeweils ihren Preis - einen Geldbetrag, den die Sparkasse Niederbayern-Mitte dankenswerterweise verdoppelt hatte - in Empfang genommen hatten, wurden die Geehrten noch zu einem Stehempfang gebeten, bei dem so mancher Ehrengast im Gespräch mit den Trachtlern der vier Vereine einiges über deren fruchtbare Arbeit erfahren konnte.

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